Ironman Switzerland Zürich – Rennbericht 

Nachdem es auch im letzten Jahr am Tag vor dem Wettkampf geregnet hatte, waren wir eigentlich guter Dinge, dass es sich bis Sonntag beruhigen würde. Eigentlich kann der Zürichsee und seine abwechslungsreiche Umgebung traumhaft schön sein, aber heute hatte er sich entschieden seine weniger schöne Seite zu zeigen. Es sollte einer der schwierigsten und härtesten Wettkämpfe meiner Karriere werden. Gott sei dank weiß man so was noch nicht vor dem Start.

Der Schwimmstart fand bei strömenden Regen und 16°C Außentemperatur statt. Das Wasser hatte fast 20°C. Zum ersten Mal gab es in Zürich einen Wasserstart, was für uns Athleten zur Folge hatte, dass die ersten Meter des Schwimmens eher einer Massenkeilerei beim Eishockey ähnelten. Es gab lediglich zwei kleine Tritte in die Leber, damit konnte ich leben soweit der angenehme Teil. Manche nutzten die durch den Regen bedingte schlechte Sicht für größere Abkürzungen, Wassersheriffs griffen leider nicht ein. Auch erstmals im Programm war in Zürich der Landgang nach der ersten Runde.

Glücklich war der, der seine Radschuhe bzw. Jacke vor dem Start in einer Tüte verstaut hatte. So konnte man die völlige “Durchnässung” zumindest um wenige Minuten hinauszögern, denn der Regen hatte nicht vor an diesem Tag eine Pause einzulegen. Auf den beiden Radrunden ging es zunächst bis Kilometer 29 recht flach und schnell zu. Ich konnte einen 40er Schnitt halten und so gleich zu Beginn einige Plätze gut machen.

Am Ende der ersten Runde blieb dann trotz der heftigen Steigungen in den Bergen rund um den Zürichsee immer noch ein 35er Schnitt – voll im Plan. Leider wurde es nicht wirklich wärmer, die Feuchtigkeit nahm ich zwar kaum noch war, dennoch kühlte ich mehr und mehr aus. Festgesetzt in einer Gruppe gelang auf der zweiten Runde kein Ausreißversuch mehr, die Beine wurden immer schwerer, träge und kraftlos. Mein absolutes Tief hatte ich auf dem Teilstück von Egg nach Forch, wie schon im letzten Jahr.

Auch die folgenden Abfahrten, bei denen man normalerweise etwas Kraft tanken kann, wurden zur Strapaze, da bedingt durch die nassen Straßen eher der Bremshebel, als das Pedal gedrückt werden mussten. Hinzu kamen etliche schwere Stürze, die nicht gerade zur eigenen Fahrsicherheit beitrugen. Endlich zum Ende des Radsplits hörte auch der Regen auf. Beim Wechsel zum Laufen gab´s erstmals keine Feuchtigkeit mehr von oben. Allerdings fühlte ich mich durch die unzähligen auf der Radstrecke gereichten Gels mittlerweile unendlich gebläht und unwohl.

Laufen Ironman Switzerland

Gott sei Dank wurden wenigstens die Beine langsam etwas lockerer. Motiviert durch diesen Zustand ging ich die erste Laufrunde deutlich zu schnell an und bekam am Ende die Quittung. Aber nicht nur dafür, auch für die im Hotel vergessenen Vitargo Flaschen, die mir in Kona sowohl beim radeln als auch auf den letzten 16km noch mal ausreichend Energie geliefert hatten.

Patric beim laufen in Zürich - Ironman Switzerland

Sehr dumm gelaufen, aber aus Fehlern lernt man. Das passiert mir sicher nicht noch einmal.

Nach 9:54 finishe ich zwar etwas langsamer als im letzten Jahr, bin aber mit meiner Leistung zufrieden, zumal beruflich ein mehr an Umfang nicht möglich und die Bedingungen zumindest beim Radfahren nicht optimal waren.

Glücklich im Ziel - Ironman Switzerland _Glückwunsch an Patric

Vielen Dank für den Rennbericht und Gratulation an Patric und Jörg!

Der Artikel wurde am 23.07.2008 geschrieben. Er ist folgenden Schlagworten zugeordnet: , , . Sie können hier einen Trackback senden Trackback zum Artikel anlegen. Kommentieren Sie den Artikel und lassen Sie sich bei neuen Kommentaren Feed für Kommentare automatisch benachrichtigen.
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